Wenn die Traurigkeit des Herzens einen Stein erweicht

Wenn die Traurigkeit des Herzens einen Stein erweicht

Die Memnonkollosse gehören sicherlich mit zu den bekanntesten Monumenten des Tals der Könige. Um die am Eingang stehenden und noch immer stolz auf die Vorbeiziehenden wartenden ranken sich manch mystische Geschichten. So wie auch diese hier. Memnon war in der griechisch-römischen Mythologie ein halbgöttlicher König, der von Achilleus vor den Toren Trojas getötet wurde. Memnons Mutter holte einst seinen Leichnam zurück, wo sie ihn seither Tag für Tag beweinte. Der morgendliche Tau, der vom Himmel fiel, sollen ihre Tränen gewesen sein und der Göttervater Zeus hatte damals Mitleid mit der Mutter und er gewährte Memnon Unsterblichkeit in Form der Statue. Sobald die ersten Sonnenstrahlen den morgendlichen Himmel durchbrachen, ertönte das Klagen aus einer der Statuen. Memnon begrüßte so jeden Morgen seine Mutter.

DAS ist der mystische Teil, aber es gibt auch eine physikalische Erklärung:

Das Tönen und Klagen soll nach einem starken Erdbeben entstanden sein, welches die Statuen massiv beschädigte. Im Morgengrauen gab der gespaltene Stein einen Laut von sich, der durch den Wechsel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Gestein entstand. Nachdem aber die Statuen ca. 200 Jahre nach Christus repariert wurden, ist kein Klagen mehr zu hören. Ein bisschen schade. Finden Sie nicht auch?

Autorin: Valentina Sternenberg